Gibt es ein Schweizer Modell der Smart City?

In den vergangenen Jahren zahlte sich das Engagement der Schweiz für den Umweltschutz durch ihr Glänzen in zahlreichen internationalen Rankings aus. 2018 wurde das Land mit der Goldmedaille des Environmental Performance Index ausgezeichnet und somit weltweit als eines der umweltfreundlichsten Länder anerkannt.

Gleichzeitig gehört die Eidgenossenschaft zu den innovationsstärksten Ländern. Das Know-how in der Spitzentechnologie dank der Exzellenz der Schweizer Universitäten und Industrie platzierte das Land 2019 an der Spitze des Global Innovation Index. An der Schnittstelle zwischen der Berücksichtigung von Umweltfragen und Innovation entstand so die Schweizer Vision der intelligenten Stadt.

Innovation im Dienste der Nachhaltigkeit

Die Schweizer Smart City profitiert unmittelbar von der Besonderheit des nationalen politischen Systems, denn die Organisation in Gemeinden und Kantone eignet sich besonders gut für die Umsetzung eines smarten Projekts. Der Föderalismus erlaubt zudem eine gewisse Flexibilität der Initiativen. Letztere sorgen denn auch für einen iterativen Ansatz, weil sie auf lokaler Ebene getestet werden können, bevor sie auf den Rest des Landes ausgeweitet werden.

Anders als im französischen Modell, das sich auf den sozialen Dialog und die Beteiligung der Bevölkerung ausrichtet, verfolgt das Schweizer Modell der Smart City fast ausschliesslich eine ökologische Ausrichtung. Entsprechend stützt sich das Programm „Smart City Schweiz“ (2012), dessen zentrales Anliegen der Schutz der Umwelt und der Ressourcen ist, auf ein Nachhaltigkeitskonzept unter Einsatz der neuen Technologien.

Für ihre Umsetzung setzen die Schweizer Smart Cities auf Innovation. Die kollektive Innovation (Labors, Living Labs, neue Partnerschaften und Verwaltungsstrukturen) und die technische Innovation (neue Technologien, Cleantech-Branche, Spitzentechnologie) überschneiden sich mit verschiedenen urbanen Bereichen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Energieerzeugung und dem Energiemanagement, der Wasseraufbereitung und -rückgewinnung, der Optimierung der städtischen Mobilität oder miteinander verbundenen Netzen und der Entstehung von Ökoquartieren.