Die Stadt von morgen ist ein grün-blauer Schwamm

Schwammstadt, durchlässige Stadt, grün-blaue Stadt: viele Namen für ein Konzept, das auf ein verbessertes Regenwassermanagement in Stadtgebieten abzielt. Die Lösungen von BG Ingenieure und Berater stützen sich auf Naturgesetze gekoppelt mit Technik.

Verlaine spricht vom «sanften Rauschen des Regens, am Boden und auf den Dächern», aber sollten wir uns nicht eher Sorgen machen? Wenn es in der Stadt regnet, wird das fliessende Wasser potenziell bedrohlich und zerstörerisch. Überschwemmungen drohen, ein Sturm kann die Abwasserkanäle überfluten, während der Nutzen selbst des geringsten Regens in den Rohren verloren geht. «Der natürliche Wasserkreislauf, die Retention und richtige Nutzung von Regenwasser wird immer weniger gefördert. Die Natur ist wie ein Schwamm, das Wasser versickert und wird zurückgehalten, aber in der Stadt läuft es ab…», so Sabine Chamoun, Projektingenieurin bei BG.

Eine allmähliche Bewusstseinsänderung

Die Unzulänglichkeit liegt in der städtischen Infrastruktur, die die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels noch verstärkt. Die Städte, grau durch Asphalt und Beton, funktionieren wie Trichter, die bei Regen zu schnell überlaufen. Bei viel Sonnenschein leiden sie jedoch unter der Hitze, die von flachen Oberflächen ausgeht, die Strahlung absorbieren. Die Häufung dieser Probleme – Überschwemmungen, Hitzezonen – wird immer noch nicht wahrgenommen, vielleicht weil ihre wirtschaftlichen Folgen nicht sofort ins Auge fallen. «Die Städte müssen blauer und grüner werden. Aber je länger wir warten, desto grösser und kostspieliger wird der Schaden sein», erklärt Sabine Chamoun.

Eine Palette an Lösungen und ein Paktet

Optimierte, effiziente begrünte Dächer haben die Führung übernommen. Sie liegen im Trend, vor allem aus ästhetischen Gründen, aber einige Städte (u.a. Freiburg, Lausanne und Genf) fördern sie aus gutem Grund durch Subventionen oder Steuerermässigungen, während in Basel Grasdächer auf Neubauten Pflicht sind.

Was Strassen, Gehwege, Plätze und Parkplätze anbetrifft, so ist der Fortschritt noch zaghaft, mit der Verwendung innovativer Materialien wie wasserdurchlässigem Asphalt oder traditionellen Materialien wie Schotter, so dass der Boden das Regenwasser filtert und auf natürliche Weise in das Grundwasser und die Bäche zurückführt. Die von BG empfohlenen Lösungen in diesem urbanen Kontext beziehen sowohl die Natur als auch die Technik mit ein. «Sie können gebündelt werden», erklärt Sabine Chamoun. «Es geht darum, eine Gesamtvision zum Thema Regenwassers im Stadtgebiet zu erreichen, wobei die positiven Effekte kumuliert werden. BG verfügt über die notwendigen Kompetenzen zur Entwicklung dieses Managements.»Der Erfolg wird, so hofft das Bundesamt für Umwelt, darin bestehen, das Regenwasser so lange wie möglich dort zurückzuhalten, wo es fällt, so dass es als Nutzen und nicht als Bedrohung begrüsst wird.

(Artikel aus dem BG Magazine 2021, aktualisierte Version auf der Website)
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